Seit dem 1. Januar 2021 ist die betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland gesetzlich verboten. Damit wurde ein wichtiger Schritt für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung umgesetzt.
Bis dahin durften männliche Ferkel bis zu einem Alter von acht Tagen ohne Betäubung chirurgisch kastriert werden. Der Hauptgrund für diesen Eingriff ist der sogenannte „Ebergeruch“, der bei manchen männlichen Schweinen auftreten kann und die Vermarktung des Fleisches erschwert.
Durch das Verbot sind Schweinehalter dazu verpflichtet, auf tierschutzgerechtere Verfahren umzustellen. Dafür stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:
Chirurgische Kastration unter Vollnarkose: Die Ferkel werden vor dem Eingriff vollständig betäubt. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch entsprechend geschulte Landwirte eine Narkose mit Isofluran durchführen.
Ebermast: Die männlichen Schweine werden ohne chirurgische Kastration aufgezogen. Allerdings sind besondere Anforderungen an die Haltung und eine Kontrolle auf möglichen Ebergeruch notwendig.
Immunokastration: Durch zwei Impfungen wird die Hodenfunktion vorübergehend unterdrückt. Dadurch lässt sich die Entstehung des unerwünschten Ebergeruchs verhindern, ohne dass ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist.
In Deutschland ist eine Kastration ausschließlich unter örtlicher Betäubung nicht zulässig, da diese nach den gesetzlichen Anforderungen keine ausreichende Schmerzausschaltung gewährleistet.
Dieses Verbot ist ein wichtiger Fortschritt für den Tierschutz. Dennoch bleibt die Frage, wie sich schmerzhafte Eingriffe an Tieren möglichst vollständig vermeiden lassen. Insbesondere die Ebermast und die Immunokastration bieten die Möglichkeit, auf die chirurgische Kastration zu verzichten.
Langfristig sollte das Ziel darin bestehen, Haltungs- und Produktionsmethoden zu fördern, die das Wohl der Tiere stärker berücksichtigen und unnötige Eingriffe vermeiden.
Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) – „Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration“ https://www.bmle.de/DE/Themen/Tiere/Tierschutz/ferkelkastration201811.html
Bild: Unsplash – Diego San







